Regenerierten Motor von der SimsonKlinik einfahren!

Wer jetzt also gleich von Anfang an Vollgas fährt, weil er gehört hat, dass diese ganze Einfahrerei Quatsch sei, der wird zunächst einmal feststellen, dass sein Motor kaum Leistung hat, danach gibt es dann oft noch ein paar Klemmer, die gar nicht bemerkt werden (Zündaussetzer…?) und der Motor wird niemals seine angegebene Leistung erbringen. Die Standzeit wird sich auf einen Bruchteil reduzieren. Die größte Gefahr ist dabei der kapitale Kolbenfresser, dann wird es richtig teuer, weil davon ausgegangen werden muss, dass auch andere Bauteile, wie die Kurbelwelle zerstört werden.

Wer anständig einfährt und auf seinen Motor „hört“, der wird mit einem kernigen und standfesten Motörchen belohnt.

Aus diesen Erkenntnissen empfehlen sich drei Einfahrregeln:

1. Einfahrregel:

Den Motor niemals untertourt fahren! Das heißt, mit Drehzahlen, die unter dem maximalen Drehmoment liegen, geht man keine Steigung an oder beginnt Überholvorgänge.

2. Einfahrregel:

Konstante Drehzahlen vermeiden! Wer auf Landstraßen fährt, hat keine guten Einfahrvoraussetzungen. Den Wechsel zwischen niedrigen und höherem Tempo, wie er in der Stadt gefahren wird und deshalb zum häufigen Schalten zwingt, bekommt dem Motor bedeutend besser.

3. Einfahrregel:

Über die Länge der Einfahrzeit lässt sich keine genaue Aussage treffen. Die Drehzahlen allmählich, am besten mit immer länger werden Zwischenspurts, erhöhen. Wichtig bis 50km nicht unbedingt schneller als 45km/h und hiernach 50-55km/h bis 300km fahren. Irgendwo zwischen 300km und 1000km wird man merken, dass der Motor wesentlich spritziger und spontaner am Gas hängt und höhere Drehzahlen möglich sind. Zunächst geschieht das nur 100, 200m lang, dann immer wieder und für längere Zeit. 

Man spürt hierbei, dass der Wechsel zwischen tempospurts und zwischendurch eingeschobenen Verschnaufpausen bei niedrigen Drehzahlen den Motor merklich drehfreudiger macht.

jetzt kommt der Punkt, der unserer Meinung nach zum eigentlichen Einfahrrisiko bei Eurer Simson wird: Die Versuchung, dem so vorbereiteten Motor Vollgas anzubieten, ist groß! Was wird er "bringen", fragt man sich und schon lässt man die Tachonadel klettern. Man achtet darum sehr genau den Ton des Motors und beobachtet auch, ob er bei zunehmendem gas seine Drehzahl willig erhöht oder nur dumpfer brummt, oder ob er vielleicht sogar zu "zwitschern" (klingeln) anfängt. Vernimmt man diese Zeichen, muss der Vollgasversuch abgebrochen und nach einigen Kilometer fahr erneut unternommen werden.

Lässt man in der eben beschriebenen Situation das Gas aufgedreht, frißt sich der Kolben binnen weniger Sekunden im Zylinder mit schrillen, kreischendem Geräusch oder Ruckeln fest, und wenn man das nicht spürt, landet man auf der Fahrbahn! Solch ein Klemmer kommt blitzschnell, indem der Kolben durch zu starke Erwärmung wächst und im Zylinder nicht mehr genug Bewegungsfreiheit hat.  Begünstigt wird das urplötzliche Festgehen des Kolbens durch abpruptes Gaswegnehmen.

Das plötzliche Gaswegnehmen bei Bergabfahrten und damit verbundender Bechleunigung durch die Abwärtsfahrt führt dazu, dass Innenkühlung (durch das fast wegbleibende Krafstoff-Luft-Gemisch) und Schmierung (kaum Kraftstoff = kaum Öl) nicht mehr ausreichen.

Dann packt der Klemmer zu und wer da nicht im gleichen Augenblick(besser noch vorher) auskuppelt, macht eine Bruchlandung; ein bei 55-65km/h blockierendes Hinterrad lässt keinem auf der Sitzbank!  

Auch ist es möglich, dass der Leerlauf neu eingestellt werden muss, einfach weil das Fahrzeug im Leerlauf nun nicht mehr so viel Kraftstoff benötigt, wie in der Einfahrzeit. Überhaupt sollte man sich über die Vergaserfeineinstellung erst nach der Einfahrzeit Gedanken machen, sonst läuft man Gefahr in der Einfahrzeit jede Woche den Vergaser 8mal nachzustellen. Beim Einfahren ist einzig und allein wichtig, dass der Motor nicht zu mager läuft, dies ist unter allen Umständen zu vermeiden.

Kann man einen Simson-Motor durch schaltfaules, drehzahlarmes fahren tatsächlich verderben bzw. bringen zu zahm eingefahrende Motoren später wirklich keine volle Leistung? In der Tat: Das richtige Einfahren lässt sich nicht nachholen!

Wichtigester Prozeß bei einem neuen Motor ist die Glättung der Kolbenlaufbahn im Zylinder. Der Kolbenhub - begrenzt vom oberen und unteren Totpunkt - bleibt aber über den gesamten Drehzahlbereich nicht konstant. Der Umkehrpunkt des Kolbens liegt, bedingt durch die auftretenden Fliehkräfte und massenträgheitsmomente, bei sehr hohen Drehzahlen um Milimeterbruchteile höher als bei niedrigen Drehzahlen. Da sich aber mit zunehmenden Verschleiß am Umkehrpunkt eine fühlbare Stufe in der Zylinderwandung bildet, sorgen wir eben durch das richtige Einfahren dafür, dass die obere Kolbenkante auch bei höchsten Drehzahlen genügend Bewegungsfreiheit behält und nicht etwa an eine Verschleißstufe stößt, die ausschließlich non niedrigen oder mittleren Drehzahlen (zu vorsichtiges Einfahren) fixiert worden ist.

Bitte Abstand nehmen von:

Scooter Öl, synthetischem Öl,  oder Bio Öl, gar Hochleistungs-Rennöl

Es gibt nur ein Öl und zwar Addinol 405, dieses bekommt Ihr auch bei uns im Shop.

Es ist wirklich das beste Marken-Öl für Eure Simsons was man für Geld kaufen kann.

Infos unter: www.addinol.eu/

Simson Suhl empfahl: "Nimmt von Minol das Addinol das Öl mit dem Pirol"
Hochleistungsöle sind unnötigt die helfen nur dem Verkäufer aber nicht Euch. Addinol ist Raucharm und stinkt auch nicht unangenehm wie einige billig Öle für 0,30Cent günstiger.

Danach werdet Ihr sehr lange Freude an Euren Motor haben!

Eure SimsonKlinik